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Teeanbaugebiete in Japan (Teil 1)

Eine (kurze) Geschichte der Teeherstellung in Japan

Auch wenn die Teeernte in Japan mittlerweile häufig maschinell abläuft: Einst hat alles ganz anders angefangen.
Japan zählt zu den wenigen Industrienationen, die Tee in größeren Mengen anbauen. Vor allem Grüntee wird hier produziert - darunter natürlich die bekannten Sorten Sencha und Matcha. In diesem Text wollen wir Ihnen die drei wichtigsten Teeanbaugebiete näher vorstellen – sowie einige interessante Informationen zur hiesigen Teeherstellung.


Vor mehr als 1.000 Jahren reiste eine Gruppe japanischer Mönche nach China, um dort Religion, Schrift und Politik zu studieren. Dort lernten sie auch den erlesenen grünen Tee kennen, der sich schon damals größter Beliebtheit erfreuen konnte. Der japanischen Reisegruppe erging es nicht anders – und sie nahmen kurzerhand einige Teesträucher mit.
Diese wurden von dem mitgereisten Mönch Eisai in einem frisch angelegten Teegarten an den Ufern des Biwa-ko, des größten See Japans, angelegt. Es sollte der erste von vielen werden! Die Zahl der Teeliebhaber stieg unablässig. Auch, wenn zunächst nur die Samurais und die japanischen Adligen in diesen besonderen Genuss kamen.
Das änderte sich jedoch im Laufe der Zeit und heute kann man die gesamte Nation als ausgesprochene Teetrinker bezeichnen, die die berühmte Zeremonie mit Genuss vollführen.


Ein paar grundlegende Informationen über den Teeanbau in Japan


Das japanische Teeanbaugebiet erstreckt sich über eine Länge von ca. 1.600 km. Vor allem im Süden und in der Mitte des Landes sind die Plantagen zu finden – aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen in diesen Regionen.

Mehr als 20 verschiedene Anbaugebiete sind es mittlerweile, die insgesamt ca. 11.000 Tonnen Tee jährlich produzieren. Davon gelangen jedoch nur 2 % in den Export! (Zumal die nationale Nachfrage so groß ist, dass mittlerweile Tee importiert werden muss.)


Die drei wichtigsten Teeanbaugebiete in Japan

Shizuoka


Im Westen der Hauptstadt auf der Hauptinsel Honshu gelegen, erstreckt sich Shizuoka über eine Länge von ca. 160 km zwischen dem berühmten heiligen Berg Fuji und der Pazifikküste. Mehr als 40 % der jährlichen Teeproduktion des Landes kommen von hier – hauptsächlich Sencha. Diese „Produktivität“ ist vor allem der Bodenbeschaffenheit sowie der Lage zu verdanken. Hinzu kommt das günstige Klima: Hier hält der Frühling recht früh Einzug, die Winter sind sehr mild. Das begünstigt natürlich den Teeanbau und wirkt sich optimal auf die Qualität des hier angebauten Tees aus.

Unter Kennern besonders geschätzt ist der Tee aus Honyama. Entlang der Mündung des Flusses Abe gelegen, wird hier seit 800 Jahren Grüntee produziert, der als Repräsentant für dieses besondere japanische Erzeugnis schlechthin gilt.


Kagoshima

Dieses Anbaugebiet ist im äußersten Südwesten des Archipels zu finden – genauer gesagt auf der Insel Kyushu. Bekannt ist diese Gegend für ihre zahlreichen heißen Quellen sowie für ihre noch immer aktiven Vulkane.

Die Tees, die hier angebaut werden, können von den besonderen Bedingungen profitieren: Dank der fruchtbaren vulkanischen Erde und den idealen Klimabedingungen wachsen hier ganz besondere Pflanzen heran.  Dies alles begünstigt den Teeanbau und hat sicherlich mit dazu beigetragen, dass Kagoshima heute das zweitgrößte Anbaugebiet des Landes ist. Rund 20 % des Tees stammen von hier, was ca. 26.000 Tonnen jährlich entspricht.
Dies ist mit Sicherheit auch dem Umstand zu verdanken, dass sich hier mehr Groß-Teefarmen als andernorts niedergelassen haben. Gleichzeitig hat sich besonders in den letzten Jahren der Fokus auch auf Bio-Bewirtschaftung sowie den Anbau spezieller Saatsorten mit besonderem Geschmack (wie etwa Okumidori, Saemidori aus Makizono) verschoben. Daher ist es kein Wunder, dass Kagoshima mittlerweile die nationale Spitzenposition in Sachen Bio-Anbau übernommen hat und besten Bio-Tencha sowie Bio-Gyokuro liefert. Und auch um den Nachwuchs neuer Produzenten muss man sich hier – anders als in anderen Regionen – kaum Sorgen machen.

Erwähnenswert ist noch das hiesige spezielle Anbausystem, das mancherorts praktiziert wird.  Dabei werden die Teesträucher mit speziellen Netzen beschattet und geschützt, so dass nur die Hälfte des Sonnenlichtes durchdringt. Dank diesem „Schutz“ und dem Aufwuchs im Halbschatten können die wilde Pflanzen von natürlichen Lichtbedingungen profitieren. Das Ergebnis ist der Halbschattentee, der aufgrund seines duftig-frischen Aromas und der zahlreichen Wirkstoffe (nicht nur) landesweit äußerst beliebt ist.

Uji

Die Region befindet sich südlich der Metropole Kyoto. Zwar fällt die Flächenausdehnung nicht allzu groß aus. Die Qualität des hier erzeugten Tees ist dafür umso besser!
Zumal dieser Distrikt als die Wiege japanischer Teeproduktion gilt: Hier wurde einst der erste Teegarten gegründet – von dem bereits erwähnten Mönch Eisai. Lange Zeit galt nur Tee aus eben diesem Garten als „hon-cha“, als wahrer Tee. (Andere hingegen wurden als „hi-cha“, als falscher Tee bezeichnet.)
Bis heute gelten die Tees aus dieser Gegend als sehr hochwertig. Vor allem Premium Sencha und Matcha sowie Gyokuro stammen von hier. Charakteristisch für diese Sorten sind eine natürliche Süße sowie ein exzellentes Aroma.

 

Themen: Japan
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