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Die chinesische Teezeremonie – Infos, Zubereitung und Ablauf

Nicht nur in Japan gibt es ausgeklügelte Teezeremonien – auch die fernöstlichen Nachbarn haben in dieser Hinsicht einiges zu bieten. Werfen wir mal einen Blick nach China – und schauen uns an, wie das beliebte Heißgetränk dort genossen wird!

Die chinesische Teezeremonie

Ein Alltag ohne Tee in China? Undenkbar! Schließlich hat dieses Getränk eine Jahrhunderte alte Tradition im Land. Und so verwundert es nicht, dass es dort zahlreiche Zeremonien gibt, die sich je nach Region und Sorte unterscheiden. Das bekannteste Tee-Ritual soll Ihnen hier vorgestellt werden.

Gong Fu Cha – die bekannteste chinesische Teezeremonie

Gong Fu Cha mag vielleicht nicht ganz so perfektioniert sein wie die japanische Variante. Doch hat sich dieser Ritus längst einen festen Platz innerhalb der chinesischen Kultur erobert und wird von der Bevölkerung häufig durchgeführt.

„Gong Fu Cha“ - was bedeutet das eigentlich?

Mit Gong Fu Cha ist die Perfektion gemeint, die sich durch intensive Übung und Erfahrung erreichen lässt. Das oberste Ziel des Teemeisters ist es daher, die perfekte Tasse Tee zuzubereiten und zu servieren. Hierbei zählt nicht nur das handwerkliche Geschick, sondern vor allem auch die rechte Geistesverfassung, Intuition und meditative Verfassung.

 

Was macht Gong Fu Cha so besonders?

Gong Fu Cha ist durch verschiedene Aufgüsse charakterisiert:


1. Aufguss: „Der Aufguss des guten Geruchs“
Beim ersten Aufguss werden nur die Blätter geöffnet, um die Bitterkeit zu lindern. Der so entstandene Tee wird direkt in die Schalen gegossen – mit dem Trinken selbst muss allerdings noch ein wenig gewartet werden. Vielmehr soll dieser Aufguss dazu dienen, die Nase zu „animieren“ und sich auf den eigentlichen Tee-Genuss einzustimmen.


2. Aufguss: „Der Aufguss des guten Geschmacks“
Jetzt kann das eigentliche Teetrinken beginnen. Nachdem die Blätter einen Großteil ihrer Bitterstoffe verloren haben, können der jeweilige Geschmack sowie das jeweilige Aroma nämlich in vollen Zügen genossen werden...


3., (4., 5., ...) Aufguss: „Der Aufguss der langen Freundschaft“
Ist die Qualität sehr hoch, können die Tee-Aufgüsse bis zu 15 mal wiederholt werden. Je mehr Zeit man miteinander verbringt, umso besser: Denn der dritte sowie die nachfolgenden Aufgüsse stehen  sinnbildlich für eine lange Freundschaft. Wichtig dabei ist jedoch, dass der Tee bei jedem erneuten Aufguss zehn Sekunden länger zieht als beim vorigen Mal. Auf diese Weise ergeben sich so vielfältige unterschiedliche Geschmackserlebnisse.

Chinesische Teezeremonie: der Ablauf

  • Das Wasser wird zum Kochen gebracht, um Gaiwan, Schälchen sowie den Krug zu erwärmen.
  • Die Teeblätter werden in der gewünschten Menge in den Gaiwan gegeben.
  • Der Teemeister gießt nun kochendes Wasser über die Blätter, um diesen ersten Aufguss sofort wieder auszuleeren. (Dieses „Abwasser“ kann hinterher zum erneuten Erwärmen der Schälchen verwendet werden).
  • Erneut wird Wasser für den zweiten Aufguss zum Kochen gebracht und über die Teeblätter gegeben – nachdem die passende Temperatur erreicht ist, versteht sich. Der Tee kann ziehen.
  • Der Tee wird durch das Sieb gleichmäßig und kreisförmig im Uhrzeigersinn in die Schalen gegossen.
  • Bevor die Gäste den Tee genießen können, wollen Farbe und Aroma bewundert werden. Nicht selten kommen dabei spezielle doppelte Tassen zum Einsatz: Der obere Teil dient zum Riechen, aus dem unteren Teil wird getrunken.
  • Je nach Zeremonie finden anschließend weitere Aufgüsse statt.
  • Zu guter Letzt werden die gebrauchten Teeblätter aus der Teekanne in eine saubere Teeschale gefüllt. Diese wird den Gästen gereicht.

 

Und noch ein paar Hinweise zur chinesischen Teezeremonie


Der Tee sollte zeremoniell getrunken werden. Viele schwören darauf, dies in drei Schlucken zu tun. Mit gutem Grund, besteht doch das chinesische Schriftzeichen für Verkostung und Beurteilung aus den drei gleichen Zeichen.

  • Der erste Schluss bereitet den Gaumen vor.
  • Der zweite dient zum Schmecken, Genießen und Wertschätzen.
  • Und der dritte leert die Tasse.


Grüner Tee kommt bei Gong Fu Cha übrigens sehr selten zum Einsatz. Vielmehr ist es üblich, Sorten wie Oolong oder, seltener, Pu Errh Tee zu verwenden.

 

Themen: Teezeremonie
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