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Shincha 2014

Der neue Shincha ist da

Shizuoka-Stadt, Dienstagmorgen, halb fünf Uhr früh, Anfang Mai. Alles schläft ruhig. Nur in einer Ecke der Stadt ist der Teufel los: winzige Läden  machen auf, Händler sind schon frühmorgens im Stress, schwitzen trotz der kühlen Morgenluft. Von wegen Ruhe – eilige Gestalten flitzen per Fahrrad im Höllentempo von einem Laden zum anderen, flüstern wild gestikulierend auf die Händler ein, drücken ihnen Metalldosen in die Hand, rasen sofort weiter zum nächsten Händler. Die Zeit drängt, bis Tagesanbruch muss alles unter Dach und Fach sein.

Was aussieht wie eine unheimliche Ansammlung dubioser Gemüter mit stark mafiosen Zügen ist die Parallelwelt des Teehandels im Inselreich zur Shincha-Zeit. Shincha, das ist der neue Tee in Japan, der First-Flush, der beste Tee des Jahres. Japans Top-Teebauern ernten Senchas, und radeln nach Mitternacht nach Chamachi zu den Läden der Händler so schnell es irgendwie geht. Chamachi – das Teeviertel in Shizuoka ist das Zentrum von Japans Teehandel. Shizuoka ist das Epizentrum des Shincha-Booms, hier werden 50 Prozent aller Japantees geerntet, hier werden 80 Prozent aller Tees des Landes gehandelt. Und das in Allerherrgotts-Früh.

Jede Minute zählt beim Handel

Jeder Teebauer versucht, als erster da zu sein, jede Minute zu spät kostet. Die Preise für den allerersten Tee gehen ins Astronomische. Doch das stecken die Händler weg. Shincha - hier geht es nicht um Gewinn, hier geht es um Prestige. Es ist die hohe Kunst, als erster Händler den besten Tee zu haben. Zurück nach Chamachi. Zeit zum Verkosten hat hier keiner. Um halb fünf am Morgen sieht man ohnehin nichts. Die Tee-Einkäufer verlassen sich auf ihr Gefühl. Mit Hand und Nase testen sie die Teemuster, die in kleinen Metalldosen zu ihnen gebracht werden, fühlen die Blattstruktur, checken, ob der Tee weich oder hart ist. Mit zwei bis drei Telefonhörern in der Hand sucht der Einkäufer nach einem Abnehmer. Stress total. Denn bis Tagesanbruch müssen die Teepartien bei den Großhändlern sein, damit der Tee weiter verarbeitet und gemischt werden kann, damit ein toller Shincha-Blend entsteht, damit Japans Teeläden beginnen können, das Geschäft des Jahres zu machen.

Um sieben Uhr morgens ist der Spuk in Chamachi vorbei. Denn alles muss schnell gehen in Japan. Japan ist im Shincha-Fieber. Sobald der neue Tee in den Läden ist, geht es wirklich rund. Shincha-Poster kleben in jedem Bahnhof. Verkäufer schwingen Shincha-Fahnen vor den Geschäften. Der Tee kommt in eigenen Shincha-Verpackungen. Die Verkäufer rufen „Shincha, shincha desu yo“ (Neuer Tee, der neue Tee ist da!). Und die Teegeschäfte platzen aus allen Nähten. Japan kauft Shincha als ob es kein Morgen gäbe. Denn wer nicht jetzt kauft, hat verloren, muss ein Jahr warten. Bis er wieder im ganzen Land tönt: „Shincha, shincha desu yo“. Shincha-Mania in Japan In Japan ist Shincha wahrer Kult und binnen kürzester Zeit ausverkauft. Ein Blick hinter die Kulissen des Hype um die erste Japantee-Ernte.

 

Hier geht es zu den Shincha Tees bei Kobu: Japan Shincha

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